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Kälte- und Wärmetherapie

Allgemeines

Die positiven Wirkungen von Wärme und Kälte bei Schmerzen und bestimmten Erkrankungen ist seit Jahrhunderten bekannt. Eine Methode, die beide Arten der Behandlung einsetzt, ist die so genannte Kneipp-Therapie, die schon seit dem 19. Jahrhundert besonders im deutschsprachigen Raum großen Bekanntheitsgrad erreichte.

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Die Wärmetherapie ist ein weit verbreitetes Verfahren zur Behandlung von Schmerzen und nichtentzündlichen Erkrankungen. Da Wärme ein Medium benötigt, gibt es zahlreiche Behandlungsmethoden wie beispielsweise heiße Rolle, Fango, Naturmoor, Rotlicht, Heißluft, Packungen oder Wickel.

Die Kältetherapie wird bei akuten und schmerzhaften Erkrankungen durchgeführt. Sie wird in Form von Eisgüssen, Bädern oder anderen Methoden eingesetzt.

Grundlagen

Grundlage der Wärmetherapie ist, dass sich die Blutgefäße bei Wärmezufuhr weiten und somit die Durchblutung gefördert wird. Auf diese Weise entspannen sich die Muskeln und die Nervenbahnen werden entlastet. Die temperaturempfindlichen Nervenenden leiten die positiven Wärmereize an das Schmerzzentrum weiter. Chemische Prozesse dämpfen das Schmerzempfinden zusätzlich. Durch Wärmezufuhr wird außerdem die Produktion von Stresshormonen reguliert und der Zellstoffwechsel angeregt.

Die Kältetherapie nutzt die Tatsache, dass sich Blutgefäße bei Kältereizen zusammenziehen und die Muskeln angespannt werden. Sobald der Kältereiz nicht mehr vorhanden ist, entspannt sich die Muskulatur und ein warmes Gefühl entsteht für einige Minuten. Da die kälteempfindlichen Nerven ihre Informationen schneller an das Gehirn leiten als die schmerzleitenden Nervenbahnen, wirkt Kälte oft schmerzlindernd.

Durchführung

Die Durchführung der Wärmetherapie kann auf verschiedene Arten erfolgen. Eine verbreitete Form sind heiße Bäder. Diese dienen dazu, dem Körper mehr Wärme zuzuführen, als er selbst erzeugen kann. Dadurch wird das Immunsystem angeregt und die Körpertemperatur steigt an. Diese Temperaturänderung soll den Körper dabei unterstützen, Krankheitserreger abzutöten.

Da organische und mineralische Substanzen wie Moor, Lehm und Erde die Wärme besonders lange speichern, werden diese Materialen in der Wärmetherapie in Form von Packung oder Wickeln häufig eingesetzt. Diese Packungen werden für zirka 45 Minuten aufgelegt. Für eine Ganzkörperbehandlung werden Schlamm- oder Moorbäder eingesetzt. Um die Wirkung zu verstärken, sollte man nach einer Behandlung weitere 30 Minuten zugedeckt ruhen.

Bei der Kältetherapie werden Güsse, Wechselbäder und Wechselduschen im Temperaturbereich von 12°C bis 15°C angewendet. Weitere Therapiemöglichkeiten sind unter anderem der Barfußlauf durch Tau oder Schnee. Die Anwendung von Eispackungen und Gelkompressen erfolgt meist nur minutenweise durch Auflegen auf eine mit einem Tuch bedeckte Körperstelle. Nach einer kurzen Aufwärmphase der Haut wiederholt man die Behandlung mit Kompressen insgesamt vier bis fünf Mal.

Die Wechselanwendung von Wärme und Kälte, die im asiatischen Raum als Schwitzhütte, im Norden Europas als Sauna bekannt ist, stellt eine weitere Therapiemöglichkeit dar. Sie dient dazu, das Gewebe zu reinigen, den Körper abzuhärten und Kreislauf, Muskulatur und das vegetative Nervensystem zu trainieren

Anwendungsgebiete

Anwendungsgebiete der Wärmetherapie sind Erkältungen, Unterleibsschmerzen, Ischiasbeschwerden, Muskelverspannungen, Nervenentzündungen, Gelenkschmerzen sowie Nieren- und Blasenleiden angewendet. Die Kältetherapie wird bei Schwellungen, Blutergüssen und akuten Schmerzzuständen eingesetzt. Bei beiden Methoden handelt es sich um von der Wissenschaft und den Krankenkassen anerkannte Therapieverfahren.

Risiken und Komplikationen

Grundsätzlich besteht bei einer Wärmetherapie das Risiko, dass der Kreislauf überlastet wird. Es können Beschwerden von Kopfschmerzen und Brechreiz bis hin zur Ohnmacht auftreten. Um dies zu vermeiden, sollte man schon bei ersten Anzeichen dieser Nebenwirkungen den Körper mit kalten Güssen abkühlen.

Diabetiker sollten sich vor einer Wärmebehandlung einen ärztlichen Rat einholen, da bei dieser Erkrankung häufig das Temperaturempfinden gestört ist. Dies kann zu einer Fehleinschätzung der Wärmereize führen, welche Verbrennungen zur Folge haben könnte. Wärmeanwendungen nach Sport oder ausgiebigen Mahlzeiten sind ebenfalls zu vermeiden. Bei Krankheiten wie Tuberkulose, Krebserkrankungen, Epilepsie und Entzündungen der inneren Organe sollte ebenfalls keine Wärmebehandlung durchgeführt werden, da es unter Umständen zu einer Verstärkung der Krankheit kommen kann

Von einer Kältetherapie wird abgeraten, wenn die betroffene Person an Harnwegsinfektionen, Reizblase, Ischiasbeschwerden, entzündlichem Rheuma oder Menstruationsbeschwerden leidet. Kalte Güssen sind außerdem bei kalten Händen, Schwächezuständen, Bluthochdruck, Katarrhen, Herzstörungen, Vergrößerung der Schilddrüse, erhöhtem Augeninnendruck unter anderem nicht ratsam.

 
Quelle:www.onmeda.de

 

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